Eichenprozessionsspinner

In den Frühlingsmonaten der letzten Jahre kann man es immer mehr beobachten.

Die haarigen Raupen des Eichenprozessionsspinner fressen ganze Baumkronen kahl und verwandeln die Eichen durch ihr Gespinst in Requisiten eines schlechten Horrorfilms. Sie sind nicht nur für uns Menschen gefährlich, sondern auch für unsere Hunde.

Woran erkenne ich einen vom Eichenprozessionsspinner befallenen Baum?

Man erkennt den Eichenprozessionsspinner an dem nestähnlichen Gespinst, welches in der Anfangsphase des Befalls am Baum hängt. In den Allermeisten Fällen befindet sich die Raupe an Eichen, wie der Name dieser Tiere es auch schon sagt- Eichenprozessionsspinner. Lediglich in Jahren, in denen sich die Population stark ausbreitet, weichen die Raupen auch auf andere Bäume aus. Weiß man also von einer Eiche, die am Wegesrand der Gassiroute steht, sollte man in den Frühlingsmonaten mal genauer hinschauen, um eventuelle Raupen und deren Gespinste Frühzeitig zu erkennen und vor allem auch bei entsprechenden Stellen zu melden.

Man erkennt die noch jungen, bis zu fünf cm langen Raupen an ihrer gelblich-braunen Farbe, diese ändert sich jedoch mit steigendem Alter in blaugrau bis schwarz. Das Haupterkennungsmerkmal sind die sogenannten Brennhaare, die sich über den gesamten Körper der Raupe verteilen. Diese Haare sind ab dem dritten Larvenstadium auf dem Rücken der Raupen zu sehen, diese Haare enthalten das allergieauslösende Gift Thaumetopoein. Ein weiteres Indiz auf den Eichenprozessionsspinner getroffen zu sein, ist die Vielzahl der Raupen, die Bäume in Gruppen befallen und schließlich kahlfressen und komplett mit einem weißen Gespinst umhüllen. Die Raupen begeben sich nachts auf Futtersuche und können Ketten (Prozessionen) von bis zu 10 Metern bilden.

Welche Regionen sind besonders gefährdet?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinner bevorzugen trockene und warme Gegenden, jedoch ist eine deutschlandweit immer größer werdende Population zu beobachten. Besonders verbreitet sind sie in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Immer häufiger hört oder liest man von allergischen Reaktionen, die durch die Brennhaare der Raupen hervorgerufen wurden. Es werden sogar ganze Gebiete, in denen ein Befall an Bäumen festgestellt wurde, gesperrt, um Mensch und Tier zu schützen. Denn die Brennhaare werden nicht nur bei direktem Kontakt mit den Raupen gefährlich, sie verteilen sich durch den Wind und gelangen so auch an Orte, an denen man sie nicht vermutet.

Wie kommt ein Hund mit dem Eichenprozessionsspinner in Kontakt?

Die Brennhaare der Raupen können im Grunde überall vom Wind hingetragen worden sein, allerdings birgt die Größte Gefahr für Hunde das herumschnüffeln an und um betroffene Bäume herum. Hat sich ein Härchen der Raupe im Fell festgesetzt, wird der Hund unweigerlich kratzen und sich an dieser Stelle lecken, um den Juckreiz in den Griff zu bekommen. So gelang dann das gefährliche Gift an die Schleimhäute und kann dort zu absterben von ganzen Haut- und Zungenarealen führen.

Welche Symptome können beim Hund auftreten?

Ein Hund, der mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt gekommen ist, wird zunächst vermehrt speicheln. Schnell schwellen die Lefzen und inneren Schleimhäute an und der Hund bekommt Schwierigkeiten beim Atmen. Die einzige Abhilfe in dieser Situation bringt kühlen! In jedem Fall MUSS umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, um dem Hund eine weitere Behandlung zukommen zu lassen und schlimmeres zu verhindern. Im Bereich des Fells ist eine allergische Reaktion zunächst schwieriger festzustellen. Die Brennhaare verursachen punktuelle Hautrötungen und schließlich Juckreiz, in manchen Fällen können auch Bläschen auf der Haut entstehen. Andere zu beobachtende Symptome können sein: Schwindel, Fieber, gereizte Augen und Müdigkeit.

Was tun, wenn man eine allergische Reaktion durch die Brennhaare bei sich oder seinem Hund feststellt?

Die Raupen sind überzogen von Haaren, Brennhaare genannt, die leicht abbrechen und schnell allergische Reaktionen auslösen. Neben stärkstem Juckreiz und Nesselsucht, kann es sogar zu einem allergischen Schock kommen. Aber nicht nur bei direktem Kontakt können die Haare des Eichenprozessionsspinners zu Reaktionen führen, auch bei durch Wind herbei gewehten Haaren besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion. Schlimmer noch, die Haare können eingeatmet werden und Atembeschwerden hervorrufen. Hunde sind besonders gefährdet, da das Gift der Raupen besonders schwere Reaktionen auslösen kann. Die Verbrennungsähnlichen Hautstellen und auch bei der Aufnahme durch das Maul, Zunge und Schleimhäute, veränderten Stellen der Schleimhaut sind teilweise nicht mehr zu retten.

Wo kann man einen Befall des Eichenprozessionsspinner melden?

Bemerkt man ein Nest des Eichenprozessionsspinner, sollte man diesen befall direkt beim zuständigen Straßen- und Grünflächenamt melden. Die zuständige Stelle wird daraufhin eine Gefahrenanalyse durchführen und bei Gefahr für die Bevölkerung für die Beseitigung des Nestes sorgen.

In jedem Fall sollte der Bereich rund um den befallenen Baum in nächster Zeit weiträumig gemieden werden, um seinen Hund und auch sich selbst vor den Raupen und herumfliegenden Haaren zu schützen.

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