Hund mit ins Bett?

Für uns war von Anfang an klar, der Hund kommt nicht mit zu uns ins Bett!

Die meisten werden jetzt sehr wahrscheinlich denken: „ja das haben wir uns auch so vorgenommen, hat aber leider nicht so funktioniert und unser Hund schläft mit im Bett.“ Die wenigsten, dazu zählen wir uns jetzt einfach mal, halten es echt konsequent durch, den Hund nicht mit ins Bett zu holen. Es ist auch wirklich schwierig, anstrengend und erfordert echte Ausdauer, an diesem Punkt der Hundeerziehung konsequent zu sein.

Dabei hat man es in den meisten Fällen vor dem Einzug des Hundes schön vorbereitet, ein hübsches und kuscheliges Hundebettchen als Schlafplatz mit allerlei Kuscheltieren und Spielzeug steht bereit. Dem Hund wird das aber alles vollkommen egal sein, er glaubt er müsse zu seinen Menschen und dort schlafen.

Was kann man gleich in der ersten Nacht tun?

Im Grunde einfach nichts! Die erste Nacht des frisch eingezogenen neuen Mitbewohners wird so oder so nicht die ruhigste. Ganz gleich, ob es sich um einen kleinen Welpen oder auch schon erwachsenen Hund handelt. Häufig wird in der ersten Nacht gejault, eventuell an Türen gekratzt usw., kein Wunder! Ein Welpe, der zuvor die Nächte mit seiner Mutter und anderen Wurfgeschwistern verbracht hat, kann die neue Umgebung und diese für ihn ungewöhnliche Situation nun alleine zu sein, kaum verstehen. Genauso verhält es sich bei einem aufgenommen schon älteren Hund, der möglicherweise zuvor jede Nacht im Bett seiner Menschen verbracht hat oder auch mit einem anderen Hund sein Körbchen teilte. Allein der Gedanke daran, den Hund jaulend, alleine in seinem Körbchen zu lassen, bricht einem das Herz! Aber Hunde akzeptieren Gegebenheiten wie diese recht schnell, der Hund ist noch neu in seinem Zuhause und dort ist es nun mal so, der Hund hat sein Körbchen, die Menschen ihr Bett. Vor allem in der ersten Nacht wird er noch versuchen sich seinen Platz im Bett zu erkämpfen, die darauffolgenden Nächte werden schon ruhiger, es ist wirklich so!

Man darf jetzt nur nicht den Fehler machen und auf jaulen o.ä. des Hundes reagieren. Jault der Hund und man geht sofort zu ihm, bestätigt man dieses Verhalten als richtig. Ein Hund strebt immer nach Aufmerksamkeit, ganz gleich ob diese positiv oder negativ ist. Ignoriert man es einfach, so schwer es einem auch fällt, wird der Hund nach einiger Zeit aufgeben und einfach schlafen. Eines ist aber sicher – er oder sie wird es bald wieder versuchen! Hunde probieren ständig und in jedem alter die Grenzen verschwimmen zu lassen. Manchmal auch mit Erfolg! Der Hund weiß, dass er nichts im Bett zu suchen hat und wird sein Leben lang, immer wenn sich eine passende Situation ergibt, versuchen diese Regel zu lockern. Meist ist es aber dann leicht, einfach nein zu sagen und den zurück auf seinen Platz zu schicken. War man diesbezüglich immer konsequent, wird der Hund es zwar versuchen, das Nein dann aber auch akzeptieren.

Wie war es bei uns?

Mathilde zog im Welpenalter bei uns ein, wir hatten uns zuvor fest vorgenommen diese Regel durchzuziehen und sie nicht bei uns im Bett schlafen zu lassen. Das klappte auch erstaunlich gut! Wir stellten ihr Körbchen in den Flur, ließen die Tür zum Schlafzimmer offen und platzierten ein Türgitter. So konnte sie uns hören und auch sehen. Klein Mathilde versuchte in den ersten drei Nächten durch das Gitter zu kommen, was ihr auch gelang. Wir haben sie dann immer wieder zurück in ihr Körbchen begleitet und es einfach durchgezogen. Sie hat weder gejault, gebellt noch andere Dinge versucht. Es war rückblickend also wirklich nicht schwer. Als die Kleine etwa 8 Monate alt war, nachts immer noch nicht stubenrein, ließen wir sie im Schlafzimmer in ihrem eigenen Bettchen schlafen. Von dem Tag an war nichts mehr mit Pfützen und Tretminen am Morgen.

Paul kam mit dreieinhalb Jahren zu uns, was genau er zuvor alles erlebt hat ist unklar. Fest steht jedoch, dass er vorher in einer Familie lebte, in der auch noch eine Hündin zuhause war. Paul war also, zumindest in der Zeit davor, nachts nicht ganz allein. Seine erste Amtshandlung bei uns war tatsächlich in unser Bett zu springen, also kannte er das leider im Bett zu schlafen, was das Ganze für ihn nicht leichter machte. Er gab die erste Woche jeden Abend echt alles, obwohl Mathilde bei ihm mit im Flur war. Wir haben sie bewusst dort schlafen lassen, was dann auch für Mathilde wieder neu war. So konnten wir aber sicher gehen, dass er nachts nicht einfach ins Bett springt und wir es möglicherweise nicht merken würden. Er jaulte also Abend für Abend an unserer Tür, es war echt hart es zu ignorieren. Aber nach etwa einer Std gab er einfach auf und schlief. Diese Zeit verkürzte ich jeden Tag ein wenig, bis er es schließlich ganz sein ließ.

Jetzt, Jahre später schauen die zwei uns von Zeit zu Zeit immer mal bettelnd an, um doch ins Bett springen zu dürfen. Aber wie schon gesagt akzeptieren sie ein nein und wissen auch, dass es nicht ihr Schlafplatz ist, sondern unserer.

Warum ist es wichtig hier konsequent zu sein?

Nimmt man sich fest vor, den Hund z.B. in seinem Körbchen auf dem Flur schlafen zu lassen und nicht im Bett, sollte man es durchziehen. Weicht man eine Regel auf, werden andere folgen. Wie vielleicht den Hund auf das Sofa zu lassen, betteln zu tolerieren und anderes. Jeder einzelne Punkt ist für sich alleine nur eine Kleinigkeit. Ein Hund jedoch versteht einfach nicht, warum er einerseits gleiches wie seine Menschen darf, also im Bett schlafen und andererseits, nicht auch einen Teller Mittagessen vorgesetzt bekommt. Der Hund wird versuchen um sein Recht zu kämpfen, da sind ihm alle Mittel recht! Vom typischen bettelnden Hundeblick mal abgesehen, kann es so weit kommen, dass er beim Essen bellend vor einem sitzt, weil er einfach nicht versteht warum er nicht zeitgleich mit uns fressen darf. Oder auch wenn wir Menschen die Wohnung verlassen, einerseits schläft er mit uns im Bett und ist also gleichgestellt und andererseits darf er nicht überall mit uns hingehen. Hunde, die nicht allein bleiben können, zerlegen gerne mal die Wohnung und das aus Stress! Stress, weil der Hund es schlichtweg nicht versteht, warum es in einer Situation so und in einer anderen wieder anders ist.

Das waren natürlich extrem Beispiele, aber selbst wenn auch nur im Kleinen, wird der Hund falsche Schlüsse ziehen, sofern er im Bett schlafen darf.

Hund im Bett unhygienisch?

Klar, wir lesen immer wieder wie positiv es sich auf unser Stresslevel auswirkt den Hund im Bett schlafen zu lassen. Das mag auch stimmen, genau den Effekt erzielt man aber, wenn man einfach so mit seinem Hund kuschelt, schöne Spaziergänge macht und, und, und. Allein die Anwesenheit von Hunden sorgt im Übrigen für mehr Gelassenheit und innere Ruhe, also gibt es keinen ernstzunehmenden Grund den Hund im Bett schlafen zu lassen.

Mal ganz vom Stressabbau, süßen Welpen, kuscheln usw. ab! Ein Hund ist ein Tier, rennt über Stock und Stein, wälzt sich in den Hinterlassenschaften anderer Tiere und frisst diese gar. Noch dazu besteht immer die Gefahr eines Parasitenbefalls wie Würmer und Co. oder Zecken und anderem Ungeziefer wie Flöhen…. Möchte man das wirklich so in seinem Bett haben? Bei aller Liebe zum Tier ist das etwas, was in jedem Fall bedacht werden sollte. Auch die ganzen Haare, die einige Rassen das ganze Jahr über verlieren, würden zwangsläufig zum Teil im eigenen Bett landen.

Wem das egal ist, wer folglich ständig die Betten frisch beziehen möchte und auch mit möglichen Zeckenbissen und ähnlichem leben kann, der sollte sich lediglich über den erzieherischen Aspekt Gedanken machen.

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