Ist mein Hund übergewichtig?

Es ist Januar, also kurz nach Neujahr, die Zeit in der viele von uns Menschen versuchen unsere guten Vorsätze umzusetzen. Aber, hat denn auch einmal jemand auf unsere Vierbeinigen Freunde geachtet?

Fitnessstudios erleben jeden Januar aufs Neue einen regelrechten Boom. Wir Menschen haben uns vorgenommen im neuen Jahr ein paar Kilos, die wir uns in der Weihnachtszeit angefuttert haben, abzuspecken. Herrchen und Frauchen sollten aber auch ihren Hund mal genauer betrachten. Hat unser vierbeiniger Freund vielleicht auch das eine oder andere Kilo mehr auf den Rippen?

Schwerer als Fett: Muskeln!

Wie stelle ich nun fest, ob mein Hund zu dick ist? Eine Möglichkeit ist, sich die sogenannten Rassenstandards anzusehen, denn hier wird ein „Gewichtsrahmen“ für die jeweilige Rasse angegeben. Allerdings sollte beachtet werden, dass eine zierliche Hündin gegenüber einem wirklich muskulösen Rüden ein ganz anderes Gewicht aufweist als angegeben. Für Halter von Mischlingen ist eine solche Tabelle natürlich auch nicht sonderlich aufschlussreich. Eine andere Möglichkeit ist der sogenannte BCS (Body Condition Score), hier wird anhand von festgelegten Körpermerkmalen die Figur des Hundes beurteilt. Die Skala des BCS reicht von abgemagert bis zu Fettsucht.

Idealfigur – nicht Idealgewicht

Wenn man also seinen Hund anhand der BCS Skala beurteilt, weist ein Hund mit Idealfigur folgende Merkmale auf und liegt auf der Skala zwischen drei und maximal vier:

  1. Bei der Betrachtung des Hundes von der Seite, verläuft die Bauchlinie vom Brustkorb zum Becken aufsteigend.
  2. Bei der Betrachtung von oben ist der Bereich hinter den Rippen schlanker als der des Brustkorbes – eine „Taille“ ist erkennbar.
  3. Streicht man mit der Handfläche über den Brustkorb, sind die Rippen unter einer dünnen Fettschicht gut fühlbar.

Zu dick, was tun?

Wie auch beim Menschen, sollte man seinen Hund auf keinen Fall auf eine Nulldiät setzen! Es führt zwar schnell zum Erfolg, dieser hält aber nur kurzfristig an. Eine Nulldiät ist absolut gesundheitsschädlich und baut nicht nur die Fettreserven ab, sondern auch die Muskulatur!

Besser: Im optimalen Fall sollte ein zu dicker Hund pro Woche ca. 2% seines Körpergewichts verlieren. Die Kalorienzufuhr wird pro Mahlzeit auf 60% des geschätzten zum Hund passenden Gewichts reduziert. Aber auch hier kann es Abweichungen geben, denn je nach Haltung, Bewegung und Kondition werden mehr Kalorien oder eben weniger benötigt. Alternativ kann auch spezielles Diätfutter gegeben werden. Dieses hat laut Experten den Vorteil, dass alle Nährstoffe, Mineralien und Vitamine in ausreichender Menge enthalten sind und der Hund zudem noch schneller gesättigt wird. Ein Mal in der Woche sollte gewogen und entsprechend reagiert werden.

Das Wichtigste zum Schluss

Um wirklich erfolgreich abzuspecken, sollte man auch nicht hier und da etwas vom Tisch fallen lassen oder dem Hund für gutes Verhalten Leckerlies geben. Als Belohnung eignet sich z.B. auch die Gabe eines Spielzeuges, welches nicht immer für den Hund verfügbar ist! Sollte man nicht auf die Gabe von Leckerlies verzichten können oder wollen, müssen die kcal von der benötigten Tagesration abgezogen werden.

Viel Bewegung im Freien tun nicht nur unserem Hund gut!

BCS Skala

BCS 1: stark untergewichtig

  • Knochenvorsprünge im Becken-, Lenden-, Rippenbereich sind aus einiger Entfernung sichtbar.
  • Der Hund hat kein erkennbares Körperfett und hat deutlich an Muskelmasse verloren.
  • Ihr Hund sollte gesund an Gewicht zunehmen.

BCS 2: leicht untergewichtig

  • Die Rippen des Hundes sind leicht tastbar, haben keine Fettabdeckungen.
  • Lendenwirbel und Beckenknochen sind sichtbar.
  • Von oben betrachtet, ist eine deutliche Taille zu erkennen.
  • Von der Seite aus, ist eine Anhebung der Bauchlinie vor dem Becken gut sichtbar.
  • Ihr Hund sollte an Gewicht zunehmen.

BCS 3: normal

  • Die Rippen sind tastbar mit einer geringen Fettabdeckung.
  • Von oben betrachtet, ist eine Taille erkennbar.
  • Von der Seite ist eine Anhebung der Bauchline vor dem Becken gut sichtbar.
  • Ihr Hund weist einen optimalen Ernährungszustand auf. Ein bedarfsangepasstes Futter ist für ihn die beste Gesundheitsvorsorge.

BCS 4: leicht übergewichtig

  • Die Rippen des Hundes sind nur schwer unter der Fettauflage zu fühlen.
  • Es gibt erkennbare Fettpolster im Lendenbereich und am Schwanzansatz.
  • Die Taille ist nur schwer erkennbar.
  • Die Ernährung Ihres Hundes sollte umgestellt werden.

BCS 5: stark übergewichtig

  • Es sind massive Fettpolster an Brustkorb, Wirbelsäule, Hals und Schwanzansatz vorhanden.
  • Der Umfang des Bauches ist deutlich vergrößert.
  • Führen Sie bei Ihrem Hund eine Reduktionsdiät durch.

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