Kastration, ein schwieriges Thema

Zur Zeit bekommt man immer wieder den Eindruck, dass es bei der Frage um die Kastration nicht mehr um das warum sondern nur noch um die Frage wann geht – und das so früh wie möglich! Wie es zu einem solchen Trend kommt, ist schwer zu sagen. Ob es Tierärzte sind, die es direkt bei der ersten Untersuchung eines noch kleinen Welpen vorschlagen es zu gegebener Zeit zu machen, oder einfach die Bequemlichkeit der Hundehalter. In jedem Fall sollten sich Hundehalter vorher über Risiken und Folgen informieren und es nicht einfach machen um es machen.

Kastration, was genau wird gemacht

Rüden werden unter Vollnarkose die Hoden operativ entfernt, bei Hündinnen in der Regel die Gebärmutter und die Eierstöcke. Ist die Kastration durchgeführt worden, ist ein Hund unfruchtbar. Was auch Ziel einer solchen Operation ist.

Gründe für eine Kastration

Eine Kastration ist erforderlich, wenn eine medizinische Indikation, also eine Krankheit die vom Tierarzt diagnostiziert wurde, vorliegt. In Ausnahmefällen, ist auch eine Kastration bei krankhaft verändertem Verhalten ratsam. Hier kann man beispielsweise einen zwanghaften, wirklich nicht anders in den Griff zu bekommenden Sexualtrieb bei Rüden nennen. Eine solche oder andere Verhaltensstörung kann nicht von einem unausgebildeten Hundehalter festgestellt werden, auch Tierärzte können eine solche Störung nur diagnostizieren, wenn diese eine Fortbildung zum Verhaltenstherapeuten haben. Ein Rüde, der bei Kontakt zu einer läufigen Hündin aufgeregt ist und in Augen seines Halters völlig durchdreht, stellt noch keine Verhaltensauffälligkeit dar, ebenso ist die tagelange Futterverweigerung bei einer heißen Hündin im Umkreis ein noch völlig normales Stresssymptom.

Gründe gegen eine Kastration

  • Narkoserisiko
  • OP-Risiko wie z.B. Blutungen
  • Infektionsrisiko direkt nach OP
  • Inkontinenz als Folge der Kastration
  • Bindegewebsschwäche als Folge der Kastration
  • Herztumore
  • verlängertes Knochenwachstum
  • Harnleitertumore
  • Fellveränderungen
  • gesteigerter Appetit mit Risiko von Übergewicht und Auswirkungen auf den Bewegungsapparat und noch vieles Weiteres, die Wesensänderungen mal ganz außen vor.

Jede Kastration muss eine Entscheidung sein, welche gemeinsam mit kompetenten Tierärzten getroffen wird. Sowohl vor dem medizinischen, als auch vor dem verhaltensbedingtem Hintergrund muss eine Kastration abgewogen werden. Pauschale Entscheidungen können nicht getroffen werden und sind sets falsch.

Gesetzliches

Im §6 des TierSchG steht (relevant für Kastrationen): „Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn […] der Eingriff im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation geboten ist oder […] zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung […] oder – soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen – zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird.

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