Krankenversicherung für Hunde, braucht man sowas?

Wer an einen Tierarztbesuch denkt, denkt automatisch auch an die teils enormen Kosten die dieser, je nach Grund für den Termin, verursachen könnte. Den allermeisten Hundebesitzern stellt sich spätestens in solchen Momenten die Frage, ob eine Krankenversicherung für Hunde Sinn machen könnte.

Dabei geht es ausschließlich um die Viruserkrankung beim Menschen, aber wir fragen uns natürlich, ob und wie es sich auch auf unsere Hunde übertragen kann.

Eine Krankenversicherung für Hunde wird uns quasi aufgezwungen

Wir Hundebesitzer werden nicht nur beim Tierarztbesuch mit Flyern, Postern und sogar kurzen Werbespots auf Bildschirmen im Wartezimmer bombardiert. Nein, sogar in social Media, Onlineforen, Werbeanzeigen auf diversen Hundezubehöhrshops usw. weisen uns freundlich, aber bestimmt darauf hin, unbedingt eine Krankenversicherung für unseren Hund abzuschließen. Uns bleibt ja quasi nichts anderes übrig, als zu glauben eine solche Versicherung sei unbedingt nötig! Auch wenn man sich mit anderen Hundehaltern darüber unterhält, stellt man schnell fest schon fast ein Außenseiter zu sein, wenn man denn keine Versicherung für seinen Liebling abgeschlossen hat.

Hätte man Hundehaltern vor 20 Jahren davon erzählt, hätten diese uns sehr wahrscheinlich einen Vogel gezeigt. Das hätten sie nicht, weil sie ihre Tiere nicht lieben, sondern, da sie einfach darüber nachgedacht und eine kurze Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt hätten. Damit wollen wir die Sache mit den Versicherungen keinesfalls schlecht reden, klar ist es eine tolle Sache! Man geht zum Tierarzt, erhält die Rechnung und muss für den Augenblick erst einmal keinen Cent bezahlen. Man wiegt sich also in der Sicherheit, dass der Hund bei z.B. einer Magendrehung oder auch Gebärmutterentzündung gut versorgt ist und man sich in einer solchen an sich schon traurigen Situation keine Gedanken über die Kosten machen muss. Das ist schon eine tolle Sache, wenn da nicht noch ein klitzekleines ABER wäre…

Der Abschluss der Hundekrankenversicherung

Hat man einen Rassehund, wie in unserem Fall zwei französische Bulldoggen steht man schon bei Anmeldung vor der Frage „Schnarcht der Hund?“. Beim schnarchen oder Grunzen handelt es sich lt. Versicherungen um sogenannte Rassetypische Erkrankungen. Tja, da geht es schon los, wir können uns wirklich kaum vorstellen, dass es auch nur eine nicht schnarchende Bulldogge gibt. Das ist ja in erster Linie kein Anzeichen für eine drohende Verengung der Atemwege und allem was damit einhergeht, damit würden wir bei einem ganz anderen Thema landen und gehen deshalb nicht genauer darauf ein. Viele Hunde schnarchen, ganz unabhängig von der Rasse! Wenn man seinen Hund also versichern möchte, müsste man ja lügen, um den vollumfänglichen Schutz der Versicherung im Falle einer notwendigen Atemwegs OP zu genießen. Es geht an dieser Stelle sogar so weit, dass die einen Hundehalter den anderen raten bei Abschluss der Versicherung bei dieser Frage eine Falsche Angabe zu machen, nur um den vollumfänglichen Versicherungsschutz zu erlangen bzw. überhaupt aufgenommen zu werden.

Da sieht man wie weit das ganze schon gekommen sein muss… Ist man nur noch ein guter Hundehalter, wenn man auf Biegen und Brechen eine Hundekrankenversicherung abschließt, nur um sagen zu können „mein Hund ist versichert“?

Aber wie geht es in einem solchen Fall weiter? Mal angenommen der kleine acht Wochen alte Welpe wird angemeldet, hatte schon mal (warum auch immer) Schnarch- oder Grunzgeräusche von sich gegeben und Herrchen oder Frauchen machen bei Versicherungsabschluss somit absichtlich falsche Angaben. Jahre später muss der Hund nun an den Atemwegen operiert werden, keiner denkt mehr daran, früher mal an dieser Stelle „Nein“ angekreuzt zu haben. Der Tierarzt aber hat es an irgendeiner Stelle bei den Voruntersuchungen notiert, dass der Hund schon recht früh Schnarchgeräusche von sich gegeben hat und schon beginnt das Dilemma! Herrchen und Frauchen haben jahrelang monatlich einen nicht zu verachtenden Beitrag an die Hundekrankenversicherung gezahlt und nun zahlt die Versicherung nichts. Auf den Kosten der teuren OP bleibt also, in dem Moment ganz unerwartet, der Halter sitzen… Was nun? Einen Kredit aufnehmen? Verwandte um Hilfe bitten, damit der geliebte Hund die notwendige Hilfe bekommt?

Sind unsere beiden Hundekrankenversichert?

Nein, unsere Hunde sind nicht versichert. Wir haben uns einfach ganz grob ausgerechnet welche Kosten bei Tierarztbesuchen auf das Hundeleben gerechnet auf uns zukommen könnten. Dabei waren wir schon recht großzügig. Im Gegenzug haben wir berechnet, was es uns kostet einen Hund zu versichern. Wenn man von einer Lebensdauer von durchschnittlich zehn Jahren ausgeht und einem monatlichen Beitrag zur Hundekrankenversicherung von 50€ kommt man auf 6.000€ +, je nachdem für welche Versicherung und welchen Tarif man sich entscheidet. Wenn wir nun konsequent 50€ im Monat an die Seite legen, um für alle Fälle finanziell gewappnet zu sein, fahren wir deutlich besser! Denn sollte es zu keinerlei Erkrankungen oder Unfällen kommen, bleibt uns das Geld erhalten, was bei einer Versicherung nicht der Fall ist.

Unser Fazit

Eine Krankenversicherung für Hunde kann hilfreich sein, wenn man es nicht so mit dem Sparen hat, der Hund keine rassetypischen Erkrankungen aufweist, die einem womöglich sonst in den Ruin treiben und natürlich, wenn man es einfach für sein Gefühl braucht, die Sicherheit zu haben, eventuelle Kosten erstattet zu bekommen.

In allen anderen Fällen lohnt es sich, wie wir finden, eher weniger und sein hart erarbeitetes Geld kann man auch anders an die Seite legen.

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