Läufigkeit – Wenn die Hündin heiß wird

Unsere Hündin Mathilde, eine französische Bulldogge, wurde mit zehn Monaten zum ersten Mal läufig.

Was wir in der Zeit und danach rund um das Thema Läufigkeit der Hündin gelernt und erfahren haben, möchten wir gerne mit euch teilen.

Was wir mit Mathilde gelernt haben

Ihre erste sogenannte Hitze wurde erwartet, kam dann aber doch sehr plötzlich. Heißt, dass wir zwar ab dem sechsten Lebensmonat damit rechneten, aber dennoch trotz Recherche nicht wussten was da genau auf uns zukommt. Nicht nur, dass uns einige Verhaltensweisen auffielen, wir waren auch über ihren eher mäßigen Umgang zum Thema Sauberkeit erstaunt.

Im Grunde verläuft jede Läufigkeit bei Mathilde gleich – Erste Anzeichen bei ihr sind, dass sie verschmuster und schläfriger wird, gefolgt von Markieren (beim Spaziergang an verschiedenen Stellen vermehrt in kleinen Mengen Wasser lassen) und Futtermäkeligkeit. Wir sind jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie sehr ihre Vulva anschwillt. Kurze Zeit später beginnt sie Tröpfchenweise Blut zu verlieren, was bei Mathilde der richtige Moment ist, ihr eine Läufigkeitshose oder einen Läufigkeisslip mit Slipeinlage anzuziehen – diese trägt sie bis zum Ende der Läufigkeit (dauert etwa drei Wochen) im Haus immer. Eine Schutzhose ist in ihrem Fall ein absolutes Muss, sie ist trotz ihrer Anatomie (viele Hündinnen dieser und auch anderer Rassen kommen mit dem Kopf nicht in den hinteren Körperbereich) in der Lage sich selbst sauber zu halten, wenn sie denn will! Wir haben es lange Zeit versucht und sie auch immer wieder auf Bluttröpfchen aufmerksam gemacht, leider ohne Erfolg. Mal schleckt sie die Tropfen auf dem Boden auf, mal dreht sie sich weg und zeigt kein Interesse daran. Es ist schade, weil wir bevorzugt hätten, dass sie sich selbst sauber hält. Da uns Hygiene und Sauberkeit aber sehr wichtig sind und Mathilde für ihre Verhältnisse recht viel Blut verliert, sich gerne schüttelt und uns unsere Einrichtung und Tapeten nicht ganz unwichtig sind, trägt sie ein Höschen.

Die Läufigkeitshose

Bevor wir auf die Läufigkeitshose kamen, haben wir auch so einiges wie Bodys, Kinderschlüppis, Windeln (Babywindel und Schwimmwindeln) etc. ausprobiert, aber sie hat es immer wieder geschafft sich daraus zu befreien oder es passte einfach nicht richtig.  Jeder Hund ist anders, jedoch konnten wir in ihrem Fall nicht auf eine Läufigkeitshose verzichten. Unsere Wohnung hat während der ersten Läufigkeiten, noch bevor wir die Läufigkeitshosen entwickelten, ganz schön gelitten und wir sind mit dem Putzen und Streichen der Wände gar nicht mehr hinterhergekommen, von der Hygiene gar nicht zu sprechen.

Mittlerweile, Mathilde ist nun 4 1/2 Jahre alt, sind wir ein echt eingespieltes Team! Sie weiß ganz genau was „Hose“ bedeutet und auch das diese vor dem Spaziergang aus- und danach wieder angezogen werden muss. Wir haben immer mindestens zwei im Haus, damit wir diese im Wechsel waschen können. Wir verwenden extralange Slipeinlagen, diese schützen nicht nur die Läufigkeitshosen und man braucht sie vielleicht einmal weniger waschen, eine Slipeinlagen in das Höschen zu kleben ist auch gut für die Läufige Hündin, denn durch regelmäßigen Austausch der Einlage lässt man Keimen und Bakterien keine Chance. Es ist enorm wichtig während der Läufigkeit auf Hygiene zu achten und auf synthetische Materialien zu Verzichten und somit auf Läufigkeitshosen aus Baumwolle zurückzugreifen, um zumindest damit einer häufig lebensgefährlichen Gebärmutterentzündung (Pyometra) vorzubeugen.

Zusammenleben von Mathilde und Paul während der Läufigkeit

Unser Rüde bleibt die ganze Zeit über mit ihr zusammen, klar, er gibt wirklich sein Bestes um sie zu verführen, aber außer in den Stehtagen interessiert sie sich sowieso nicht für ihn, knurrt ihn an und zeigt ihm damit, dass er sie in Ruhe lassen soll. Kaum zu glauben, aber es funktioniert einen nichtkastrierten Rüden und eine läufige Hündin zusammen zu halten! Während der Stehtage, die etwa 10 – 14 Tage ab Beginn der Hitze einsetzen und dann für 2 -4 Tage anhalten, ist es mit den Beiden schon etwas schwieriger! Sie bleibt stehen (deshalb auch Stehtage) um ihn ranzulassen. Mit den Höschen passiert da gar nichts, aber das wissen die Hunde ja schließlich nicht, sodass gerammelt wird was das Zeug hält wenn wir nicht einschreiten. Wir sind da sehr konsequent im „nein“ sagen und haben es ganz gut im Griff. Nicht auszudenken, was es für ein Stress für unseren Paul wäre, würden wir es nicht zu unterbinden.

Rücksichtnahme

Während der ganzen Zeit der Hitze, etwa drei Wochen, besteht bei uns absolute Leinenpflicht! Auch sollte man anderen Hundehaltern schon vor einem Zusammentreffen der Hunde mitteilen, dass die Hündin heiß ist um zu verhindern, dass ein Rüde „Liebeskrank“ wird. Natürlich riechen die meisten Rüden eine läufige Hündin schon Kilometer vorher, aber dennoch sollte man es nach Möglichkeit einfach sagen. Wir würden uns so etwas auch von anderen Haltern von Hündinnen wünschen, deshalb handhaben wir es so.

Fressverhalten

Was wir auch beobachten konnten, ist das veränderte Futterverhalten. Nicht nur, dass sie schon einige Zeit (bis zu einem Monat vor der Läufigkeit) ruhiger und verschmuster wird, sie wird auch mäkelig was das Futter angeht. Sie lehnt es teilweise ganz ab, frisst weniger, übergibt sich nach dem Fressen oder hat weicheren und vermehrten Stuhlgang. Wir geben ihr daher viermal statt zweimal täglich ihr Futter und konnten feststellen, dass es sich dadurch bessert.

Zyklus der Hündin

Um den Zyklus der Hündin etwas besser zu verstehen, und sich als Hundehalter ein wenig darauf einstellen zu können, haben wir euch die wichtigsten Fakten zum Zyklus der Hündin zusammengefasst:

Der Zyklus einer Hündin (etwa 6-8 Monate, kann in vier Phasen eingeteilt werden)

  • Proöstrus (Vorbereitung auf Eisprung)
  • Östrus (eigentliche Ovulationsphase)
  • Metöstrus (entspricht der Dauer einer Trächtigkeit mit Laktationsphase)
  • Anöstrus (Ruhephase)

Bei Katzen kann der Eisprung bekanntlich auch durch die Paarung ausgelöst werden, das ist bei einer Hündin nicht der Fall. Der Zyklus der Hündin ist monoöstrisch, heißt: ein Eisprung pro Zyklus mit spontaner Ovulation.

Die Zyklusphasen können je nach Hündin variieren, jedoch dauert die dritte Phase (Metöstrus) bei allen Hündinnen ziemlich verlässlich gleich lang an. Der für uns sichtbare Teil, die sogenannte Läufigkeit der Hündin, erstreckt sich über die Phasen Proöstrus und Östrus und dauert durchschnittlich drei Wochen an.

Verlauf des Zyklus

Östrogene (Hormone) werden durch die in den Eierstöcken heranwachsenden Folikel unter dem Einfluss der Hypophyse ausgeschüttet. Das Östrogenhormon ist für die Verhaltensveränderungen der Hündin verantwortlich. Der Genitalbereich der Hündin schwillt an und sondert blutigen Ausfluss ab. Manche Hündinnen zeigen nun ein reflexartiges Bewegungsmuster, indem sie nach Stimulation rund um die Vulva die Rute zur Seite schiebt und sich quasi „anbietet“.

Während des Östrus werden die Ausflüsse klarer und auch schleimiger, gar klebrig, dies soll den Deckakt erleichtern. In dieser Zeit findet der Eisprung der Hündin statt. Nach weiteren etwa 48 Stunden sind die Eizellen bereit zur Befruchtung. Hündinnen produzieren im Gegensatz zu den meisten Arten bereits Tage vor dem Eisprung das Hormon Progesteron (Trächtigkeitshormon). Ab jetzt ist ein kontinuierlicher Anstieg des Progesterons zu beobachten, ganz unabhängig davon, ob eine Befruchtung tatsächlich stattgefunden hat. Ist eine gewisse Höhe an Progesteron erreicht (Früher Metöstrus), bereitet dieses den Unterus auf eine mögliche Einnistung von Embryonen im Falle einer Trächtigkeit vor.

Ganz gleich, ob die Hündin nun gedeckt wurde oder nicht, fällt der Progesteronspiegel etwa 8 Wochen nach Eisprung wieder ab, was ggf. den Geburtsvorgang einleitet und die Laktationsphase beginnen lässt. Die Ruhephase des Zyklus beginnt (Anöstrus).

Alles in Allem ist es zwar etwas gewöhnungsbedürftig, auch weil die Hündin sich während dieser Zeit im Wesen etwas verändern kann, aber mit klaren Regeln und etwas Geduld ist die Läufigkeit der Hündin überhaupt kein Thema und die drei Wochen vergehen schneller als man es sich vorstellt.

Schon gewusst?

  • Die Läufigkeit, auch Hitze genannt, dauert ca. 21 Tage
  • Hündinnen werden zwischen dem 6. Und 18. Lebensmonat erstmalig läufig
  • Die Vulva der Hündin schwillt vor und während der Läufigkeit um ein Vielfaches an
  • Der Zyklus einer Hündin dauert etwa 6 Monate an

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