Schwere, bislang unbekannte Durchfallerkrankung bei Hunden rund um Oslo ausgebrochen

Viele Tierärzte aus der Region rund um Oslo in Norwegen berichten von einer vermehrt auftretenden, schweren Durchfallerkrankung bei Hunden.

Bislang wird angenommen, dass diese schwere Krankheit durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Vorläufige Untersuchungen brachten bislang jedoch keine genauen Ergebnisse. Die Untersuchungen dauern an und die norwegischen Behörden hoffen auf baldige Erkenntnisse aus den Untersuchungen

Der Allgemeinzustand der betroffenen Hunde verschlechtere sich lt. der behandelnden Tierärzte rapide, neben blutigen Durchfällen und schwerem Erbrechen, erliegen viele Tiere ihrer Erkrankung.

Die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt Hundebesitzern aus der Region rund um Oslo engen Kontakt zwischen Hunden zu vermeiden. Ein Kontakt, wie z.B. das „begrüßen“ unter Hunden sollte nicht zugelassen werden. Auch das Schnüffeln an den Hinterlassenschaften anderer Tiere muss unterbunden werden, um eine Ausbreitung der noch unbekannten Krankheit zu verhindern. Ebenso wird auf die empfohlenen Impfroutinen verwiesen, die dringend zu befolgen sind. Im Zweifel ist hier immer ein Tierarzt zu Rate zu ziehen.

Weist ein Hund die Symptome eines Magen-Darm-Infekts auf, sollte schnellstens eine Tierarztpraxis aufgesucht werden, um direkt Gegenmaßnahmen einleiten zu können und so den schweren Verlauf dieser Krankheit zu stoppen.

Die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit wird zusammen mit dem Veterinärinstitut, der norwegischen Universität für Lebensmittelwissenschaften und den  Tierklinik versuchen, die Krankheitsursache zu ermitteln und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Es wurden bereits mehrere Hunde untersucht und einige der Hunde wurden bereits, oder werden noch einer Autopsie unterzogen. Hoffentlich klären die Prüfungen innerhalb weniger Tage die Krankheitsursache.

Update – Was bislang bekannt ist

Das Veterinärinstitut arbeitet aktiv mit der norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, dem NMBU Veterinary College, Tierärzten und anderen zusammen, um Verbindungen zu den vielen Fällen der akuten Hundekrankheit zu finden, die in der Vergangenheit zu kranken und toten Hunden geführt haben.

Neueste Nachrichten

  • Das Veterinärinstitut hat am Montag das Bakterium Providencia alcalifaciens bei zwei der drei Hunde entdeckt, die gestern, am Sonntag, den 8. September, einer Autopsie unterzogen wurden. Das heißt, dieses Bakterium wurde bisang bei insgesamt sieben Hunden gefunden (sechs autopsiert und einer lebend). Dies liefert wertvolle Informationen für die weitere Arbeit. Die Proben eines Hundes werden weiter auf dieses Bakterium untersucht.
  • Bei drei Hunden wurde das Bakterium Clostridium perfringens nicht nachgewiesen.
  • Die Autopsie von zwei neuen Hunden am Montag zeigt ähnliche Anzeichen einer Erkrankung wie frühen Ergebnisse einer Autopsie mit blutigem Darm bisher nachgewiesen haben.
  • Tierärzte wurden und werden weiterhin zu Fällen, die den bisherigen gleichen, befragt. Sie werden gebeten, sämtliche Fälle mit blutigem Durchfall, Erbrechen und schlechtem Allgemeinzustand, die nach dem 1. August in ihren Praxen vorstellig wurden, zu melden. Die Tierärzte werden ebenfalls gebeten, sich bei auffälligen Tieren an die Besitzer zu wenden und gemeinsam mit diesen einen Fragebogen auszufüllen.
  • Das Veterinärinstitut ist auch daran interessiert, Proben von Tierärzten zu erhalten, die Patienten mit blutiger Enteritis haben, vorzugsweise vor der Antibiotikabehandlung.
  • Das Veterinärinstitut begrüßt die Freigabe von verstorbenen Hunden zur Autopsie. Der behandelnde Tierarzt muss dies mit der norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und dem Veterinärinstitut vereinbaren.
  • Die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat seit Sonntag vier neue Berichte über Einzelfälle, von Hunden mit ähnlichen Krankheitssymptomen erhalten. Diese Fälle kommen aus Oslo, Akershus und Sogn og Fjordane. Zwei Hunde kommen am Montag zur Autopsie zum Veterinärinstitut.
  • Der norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit liegen derzeit keine Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass die Symptome an anderer Stelle als in der Region Oslo auffällig sind.
  • Zusätzlich zu dem Hinweis, dass alles in Ordnung ist, soll daran erinnert werden, wie wichtig es ist Hundekotbeutel für alle Hinterlassenschaften der Hunde zu verwenden.

Wie geht es weiter?

Autopsien, Laboranalysen und große Informationsmengen werden gesammelt, verglichen und mit dem Wissen über Tierseuchen aus dem In- und Ausland verglichen. Es wird systematisch und allgemein in der Hoffnung gesucht, einige mögliche Ursachen ausschließen zu können und Beziehungen zu finden, die verfolgt werden können. Hierzu zählen ansteckende Erreger wie Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und Algen sowie Folgen von Regen, Temperatur, schlechter Wasserqualität usw. Die Krankheitssymptome sind bei Hunden häufig, aber wir sehen im August 2019 einen Anstieg bei akuteren Fällen als zuvor.

Bislang ist bekannt

  • Die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat am Sonntag, dem 8. September, Informationen über Krankheitsfälle mit ähnlichen Symptomen aus Nordland, Oslo, Vestfold, Öst-Agder, Hordaland, Møre og Romsdal, Trøndelag, Buskerud, Hedmark, Rogaland, Østfold, Sogn og Fjordane, Telemark und Akershus an das Veterinärinstitut weitergeleitet.
  • Am Sonntagmorgen erschienen vier neue Berichte über Einzelfälle von Hunden mit ähnlichen Krankheitssymptomen. Einer der Hunde wurde aufgrund des akuten Krankheitsverlaufs von seinem Leid erlöst und einer starb, bevor er in die Tierklinik kam. Die Botschaften kommen von Møre und Romsdal, Vestfold, Buskerud und Nordland. Bislang konnten keine konkreten Zahlen zu betroffenen Hunden bestätigt werden
  • Die Autopsie der ersten drei Hunde zeigt deutliche Anzeichen einer schweren Darmerkrankung. Die Pathologen beobachteten einen sehr blutigen Darm und haben die häufigsten Ursachen für einen blutigen Darm wie eine Salmonelleninfektion nicht bestätigen können. Die Autopsien am College of Veterinary Medicine zeigen ähnliche pathologische Befunde.
  • Die Autopsien am Veterinärinstitut und die anschließenden Laboranalysen haben zwei Bakterien in ungewöhnlich großen Mengen nachgewiesen. Diese Bakterien sind Clostridium perfringens und Providencia alcalifaciens.
  • Das Veterinärinstitut, die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit und das Veterinärkolleg haben in einer begrenzten Anzahl von Fällen einen vorläufigen Fragebogen versandt, um einen genaueren, aber gleichzeitig umfassenderen und weiter verteilten Fragebogen zu erstellen. Der neue Fragebogen wird am Sonntag, den 8. September an Tierkliniken und Tierärzte versandt.
  • Die Anzahl der Hunde mit ähnlichen Symptomen nahm ab dem 20. August 2019 zu. Tierkliniken melden im August 2019 mehr Fälle als im gleichen Monat des Vorjahres. Inzwischen werden mehrere Tierkliniken gebeten, beim Vergleich der Statistiken zu helfen.
  • Das Public Health Institute und das Veterinary Institute haben die Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen dem Ausbruch von Hunden und dem anhaltenden Ausbruch einer EHEC-Infektion beim Menschen geprüft. Die beiden Ausbrüche gelten als zwei getrennte Ereignisse. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine Infektion mit demselben Bakterium, und die Haltung von Hunden tritt bei Menschen, die an einer EHEC-Infektion erkrankt sind, nicht als gemeinsamer Nenner auf. Auch die geografische Verteilung der Patienten in den beiden Ausbrüchen fällt nicht zusammen. Eine breite Palette von mikrobiologischen Studien wird auch an Hundeproben bearbeitet, und EHEC wird ebenfalls in das Studienrepertoire aufgenommen.

Was kann jetzt ausgeschlossen werden?

  • Nicht nur Oslo: Fälle mit ähnlichen Symptomen wurden aus einer Reihe von Landkreisen im ganzen Land gemeldet.
  • Keine Salmonellen
  • Kein Campylobacter
  • Kein Rattengift oder ähnliches. Basierend auf den ersten Autopsien von toten Hunden wird das Veterinärinstitut Rattengift und ähnliche spezifische Vergiftungen als mögliche Todesursache ausschließen.

Gerüchte

Keine Rechnung: Kein Hundebesitzer muss für die Autopsien bezahlen, die jetzt nach Rücksprache zwischen dem Tierarzt, der norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und dem Veterinärinstitut durchgeführt wird. Von der zuständigen Tierklinik wird eine Rechnung ausgestellt, die sich für den Fehler entschuldigt. Dies wird jetzt als meldepflichtige Krankheit behandelt, was bedeutet, dass das Veterinärinstitut als Teil der Öffentlichkeit alle Kosten mit einer Autopsie übernimmt.

Keine Warnung vor bestimmten Futtermitteln: In den sozialen Medien gibt es vereinzelte Vorwürfe gegen namentlich genannte Futtermittelhersteller. Dem Veterinärinstitut liegen keine Informationen darüber vor, dass dies die Richtigkeit bestätigt, im Gegenteil, wir sehen in dem Material, das wir bisher haben, eine breite Palette von Futtermitteln – was die Komplexität des Falls unterstreicht. Futter ist nur eine von vielen verschiedenen Spuren, die verfolgt werden, darunter Wasser, Pilze, Parasiten, Bakterien und Viren usw.

Quelle: Mattilsynet & VetInst

Update II – Erste Verdachtsfälle in Deutschland

Wie das RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) am 12. September 2019 berichtet, ist ein erster Fall der noch unbekannten Krankheit aus Norwegen in Deutschland ausgebrochen.

In Schleswig-Holstein sei ein Hund durch den gleichen Erreger wie in Norwegen verendet sein, darüber hinaus wurden vermehrt Tiere mit ähnlichen Symptomen behandelt.
Aktuell leiden knapp 200 Tiere an der noch mysteriösen Erkrankung und befinden sich in Behandlung.

Wie die Lübecker Nachrichten berichteten, wurde bei dem verstorbenen Hund unter anderem der Erreger Providencia alcalifaciens nachgewiesen, welcher nach bisherigem Kenntnisstand der Hauptauslöser der Erkrankung ist.
Die Halterin des Hundes hat in einem Facebook Post berichtet, weder kürzlich in Norwegen, noch in einem anderen skandinavischen Land gewesen zu sein.

Quelle: RND & LN-Online

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