Zwei Hunde liegen nebeneinander auf einem Kissen
Erfahrungsberichte

Wenn Mathilde läufig ist und Paul trotzdem entspannt bleibt

Wie versprochen, könnt ihr auf unserem Blog immer mal wieder etwas über das Zusammenleben von Mathilde und Paul lesen. Heute geht es um das wohl gefragteste Thema beim Zusammenleben von und mit Hunden: Läufige Hündin und nicht kastrierter Rüde.

Ja ihr habt richtig gelesen, weder Mathilde noch Paul sind kastriert! Für viele ist allein der Gedanke Rüde und Hündin ohne Kastration zusammen zu halten schon ein absolutes Unding, aber wir haben uns bewusst dafür entschieden.

Wie schon in einem anderen Blogbeitrag erwähnt, kam Paul im Alter von dreieinhalb Jahren zu uns Mathilde war ein Jahr jünger. Anfangs haben auch wir geglaubt, dass eine Kastration unumgänglich sei, haben viel gelesen und viele Hundehalter befragt. Die meisten Meinungen gingen in Richtung Kastration und wenn dann sollte der Rüde kastriert werden, denn eine Hündin kastrieren zu lassen ist medizinisch gesehen ein enormer Aufwand mit hohen Risiken.
Also entschieden wir uns zunächst Paul kastrieren zu lassen. Bei unserem ersten Tierarztbesuch mit Paul, am Tag nachdem er bei uns einzog, befragten wir also unseren Tierarzt und waren eigentlich fest entschlossen die Kastration durchführen zu lassen. Die Ärztin, die Paul untersuchte riet uns zunächst zu einer sogenannten chemischen Kastration, denn sie hielt es für keine gute Idee den kleinen Kerl so frisch nach seinem Umzug direkt unters Messer zu legen und ihm diesen Stress erst einmal zu ersparen. Diese Idee, vor allem vor dem Hintergrund das es noch etwa acht Wochen bis zur nächsten Läufigkeit bei Mathilde dauern sollte, fanden wir gut und stimmten dem Kastrationschip, der nach etwa sechs Wochen seine Wirkung zeigen sollte, zu. Gesagt getan. Nach etwa sechs Wochen verkleinerten sich sichtbar seine Hoden, sein immer wiederkehrender Präputialkatarrh (Chronische Vorhautentzündung) verschwand komplett und er trank mehr. Das war es dann auch schon. Mathilde wurde wie erwartet zum ersten Mal heiß und er war trotz des Hormonchips sehr an ihr interessiert! Jaulte, fand keine Ruhe, leckte an ihr wann er nur konnte und jede Stelle des Fußbodens die auch nur irgendwie nach ihr riechen könnte war sehr interessant für ihn. Wir mussten uns also etwas überlegen. Eine Kastration von Mathilde stand absolut nicht zur Debatte. Da er sich laut unserem Tierarzt mit diesem Kastrationschip genau so verhält wie wenn er kastriert werden würde, war das Thema also auch durch.

Was nun? Lesen, lesen, lesen! Und auch mal über die erst besten Blogs und Ratgeber hinwegschauen und von wirklich erfahrenen Hundehaltern lernen. Wir gingen das Thema nun ganz entgegen der mehrheitlichen Meinung an und versuchten erfolgreich die Methode sein Verhalten zu unterbinden und siehe da, es ist Ruhe im Karton! Wir wurden feinfühliger, denn man kann an Pauls Verhalten schon etwa drei bis vier Wochen vor einsetzen der Läufigkeit ganz gut erkennen, dass es bald soweit sein muss. Er schnüffelt mehr und jault hier und da, dieses MUSS direkt unterbunden werden, indem man dieses Verhalten von Anfang an komplett ignoriert und ihn auf seinen Platz schickt, wo er bleiben muss! Natürlich zusammen mit Mathilde! Er macht es natürlich immer wieder aufs neue, dass sind einfach die Instinkte eines Rüden und man muss geduldig immer wieder konsequent daran arbeiten. Wir haben festgestellt, dass Paul, wenn er merkt das sein Verhalten erfolglos ist und bleibt, einfach aufgibt. Es wird auch zu jeder heißen Phase auf neue eine Herausforderung für Hund und Halter, aber durch konsequentes Verhalten unsererseits haben wir es nun wirklich problemlos im Griff und müssen ihn nur nachts während der Stehtage mit zu uns nehmen und sie im Flur schlafen lassen. Denn aus den Augen lassen wir die zwei natürlich nicht. Paul geht es nun auch während ihrer Läufigkeit gut und er hat, entgegen dem was man so liest, keinen Stress, schläft seelenruhig neben ihr. Und hat Appetit wie immer.

Unsere Tierarztpraxis, in der einige Ärzte beschäftigt sind, steht im Übrigen absolut hinter uns und befürwortet unsere Art und Weise.

Eine Kastration darf gesetzlich im Übrigen nur aus medizinischen Gründen vorgenommen werden und nicht aus Bequemlichkeit. Wir möchten niemandem, der sich dafür entschieden hat, zu nahe treten, nur den Hundehaltern, die noch über eine Kastration nachdenken, unser Wissen mit auf den Weg geben.

Demnächst mehr aus unserer Reihe

Teil 1 Teil 2 Teil 4

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1 Kommentar zu “Wenn Mathilde läufig ist und Paul trotzdem entspannt bleibt

  1. Jacki sagt:

    Hey. Ich bin total beeindruckt wie ihr das macht. Ich hab das genauso vor. Nur unsere Hündin ist schon 5 und der rüde bald ein jahr. Danke für die Inspiration. Macht weiter so. Lg jacki

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