Zähneklappern beim Hund

Als Besitzer von Hunden fallen uns immer mal wieder aus unserer Sicht seltsame Verhaltensweisen unserer treuen Begleiter auf. Dazu gehört das etwas apathisch wirkende Zähneklappern beim Hund.

Zunächst sei zu sagen, dass es im Grunde mit dem Paarungsverhalten unserer Vierbeiner zusammenhängt. Hündinnen, die zu einer Verpaarung bereit sind, sondern einen speziellen Duft ab um Rüden auf sich aufmerksam zu machen. Im Gegensatz zu Rüden, die stets paarungsbereit und vor allem -willig sind, sind Hündinnen in der Regel nur zweimal im Jahr während der sogenannten Stehtage zum Ende der Läufigkeit hin bereit zur Paarung. Zähneklappern beim Hund kann aber auch durch andere, für den Hund noch neue Gerüche ausgelöst werden. Wahrgenommen wird dieser Geruch über das Jacobsonsche Organ, dass sich im Rachen hinter dem Gaumen befindet und bis hin zum Nasenboden reicht. Über einen Kanal hinter den Schneidezähnen werden diese Duftstoffe aufgenommen und an das Organ weitergeleitet. Hunde atmen bei Witterung des Geruchs mit geöffnetem Maul um den diesen besser wahrnehmen zu können. Das Schnattern mit den Zähnen, vermehrter Speichelfluss und ein „etwas apathisches Verhalten“ sind äußerliche Anzeichen dafür, dass der Hund einen für ihn außergewöhnlichen Geruch wahrgenommen hat.

Auch wenn dieses Verhalten größtenteils nur bei Rüden zu beobachten ist, kann man es gelegentlich auch bei Hündinnen vorkommen. Etwa, wenn ein neuer bisher unbekannter Geruch wahrgenommen wird, auch auf den Geruch einer anderen Hündin oder eines Rüden kann eine Hündin so reagieren.

Warum klappert mein Hund mit den Zähnen?

Für das Zähneklappern beim Hund ist das Jacobson-Organ/ Jacobsonsche Organ oder Vomeronasale Organ verantwortlich. Einige Wirbeltiere, unter Anderem der Hund, verfügen über dieses Organ, es handelt sich um ein Geruchsorgan welches der Riechschleimhaut (olfaktorisches System) zugeordnet wird. Benannt wurde es nach dem dänischen Chirurg Ludwig Levin Jacobson (1783-1843), der das Organ quasi wiederentdeckte, nachdem es bereits durch Frederik Ruysch im Jahre 1809 bei Schlangen beschrieben wurde.

Nicht nur um potentielle Nahrungsquellen aufzutun und zu prüfen, Gefahrenquellen zu identifizieren oder Territorialmarkierungen auszumachen benötigen Hunde ihren äußerst ausgeprägten Geruchssinn, das Schnüffeln dient auch zur Unterscheidung von Individuen und natürlich der Suche nach geeigneten Sexualpartnern. Salopp gesagt, handelt es sich um ein spezielles Organ, um „soziale Gerüche“ wahrzunehmen. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren verfügen Hunde zu dem Zweck über ein recht ausgeprägtes Jacobsonsches Organ, welches für das Zähneklappern verantwortlich ist.

Das Jacobsonsche Organ besteht aus 0,2mm bis 2mm winzigen Einbuchtungen an beiden Seiten der Nasenscheidewand, ungefähr gegenüber der unteren Nasenmuscheln, unterhalb des Nasenseptum-Knorpels und oberhalb des angrenzenden Pflugscharbeins. Der Zugang zum Jacobsonschen Organ ist bei genauem Hinsehen auch sichtbar, man kann zwei kleine Löcher (Papille) hinter den Schneidezähnen des Hundes erkennen, bei einigen Hunden können auch leichte Erhebungen an dieser Stelle ertastet werden.

Diese schlauchartigen Öffnungen bleiben von der Atemluft in der Regel unberührt. Seitlich der sichtbaren Öffnungen befindet sich im Kontaktbereich zum Jacobsonschen Knorpel ein Venengeflecht, welches schwellkörperartig erscheint. Beim für das Zähneklapern beim Hund verantwortlichen Jacobsonschen Organ handelt es sich um ein Chemorezeptives Organ, das in eine Knorpelkapsel eingebettet ist, bedeckt wird dieses durch ein olfaktorisches Epithel, hier liegen auch die Endigungen der Sinneszellen. Diese Sinneszellen bilden auf Erregungen hin, etwa durch die Wahrnehmung eines Geruchs einer läufigen Hündin, Aktionspotentiale. Die Rezeptorzellen leiten die Signale n die Amygdala weiter und von dort aus zu weiteren Kerngebieten (limbisches System, Hypothalamus).

Die Sinneszellen des Jacobsonschen Organes reagieren auf bestimmte Pheromone, welche der Hund durch grunzendes und intensives Schnüffeln aufnimmt. Während des Grunzens werden die Geruchsstoffe quasi gefiltert an das Jacobsonsche Organ weitergeleitet.

Wann klappert ein Hund mit den Zähnen?

Am Wegesrand bleibt der Hund stehen und fängt intensiv an zu riechen, teilweise sind Grunzgeräusche wahrzunehmen und es ist zu beobachten, dass der Hund seine Schnauze beim Schnüffeln an den Boden drückt. Auch ist zu sehen, dass die oberen Lefzen hoch gezogen werden und das Maul leicht geöffnet ist, was auch „flehmen“ genannt wird. Anschließend hebt der Hund den Kopf und beginnt mit den Zähnen zu klappern/ schnattern. Dabei wird der Unterkiefer rauf und runter bewegt, durch dieses Verhalten werden die wahrgenommenen Duftstoffe an das Jacobsonsche Organ gefiltert weitergeleitet. Gefiltert, weil zuvor die Duftstoffe von Flüssigkeiten getrennt werden, was auch zu vermehrtem Speichelfluss beim Hund führen kann. Ab diesem Moment wirkt der Hund für einige Sekunden bis hin zu wenigen Minuten apathisch. Der Hund ist wie benommen und geht auch keinen Schritt weiter, er steht einfach auf der Stelle und klappert mit den Zähnen, manchmal ist auch in den Augen totale Ausdruckslosigkeit zu beobachten.

Durch dieses „Verfahren“ zur Aufnahme von Pheromonen kann der Hund genau sondieren, ob, wann, wie lange und wo sich z.B. eine Läufige Hündin zurzeit befindet.

Nach der kurzen Zeit des Schnatterns mit den Zähnen ist es auch schon wieder vorbei, der Hund verhält sich augenscheinlich wieder wie vorher. Jedoch wird nach der Identifizierung bestimmter Duftstoffe zu beobachten sein, dass ein Rüde z.B. häufiger markiert.

Pheromone

Karl Karlson und Martin Lüscher, beides Chemiker, prägten im Jahr 1959 den Begriff Pheromon und definierten ihn so:

„Substanzen, die von einem Individuum nach außen abgegeben werden und bei einem anderen Individuum der gleichen Art spezifische Reaktionen auslösen“

Bis heute konnten Forscher nicht eindeutig die Zusammensetzung und Wirkweise einzelner Pheromonedie Hunde absondern und ihnen bei der Kommunikation untereinander helfen, endgültig klären. Eindeutig ist aber, dass Hunde durch die Aufnahme bestimmter Pheromone durch das Jacobsonsche Organ bestimmte darauffolgende Verhaltensweisen zeigen, wie z.B. Reviermarkierungen.

Heilpflanzen für Hunde: Wirkungsweise, Rezepturen und Anwendung
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